szenische topographie
[Auszug aus der Rede zur Konferenz „Digital Art and
Public Space“ Harvard u. Boston University/USA
im Rahmen des Cyberarts Festival, Boston/USA 2003]
Seit 1998 arbeite ich
an der Projektreihe „die sieben toechter des atlas“.
Die einzelnen Projekte äußern sich im öffentlichen
Raum. Ihr Grundthema ist der neue, zukünftige Mensch
und die neuen Welten. So geht es um den Elektrischen Menschen
und seine Welt, den Autonomen Menschen, den Kemalistischen
Menschen, den Hypermodernen Menschen usw.
Um eine erste Idee über meine Arbeiten zu geben, möchte
ich einen Vergleich zu orientalischen Landkarten aus dem
Mittelalter ziehen. In diesen alten Landkarten sind neben
Straßenverläufen, Flusswegen etc. auch (und das
ist ein wesentlicher Unterschied zu den gegenwärtigen
Landkarten) Mythen, Heldensagen oder ganz persönliche
Familiengeschichten kalligraphiert, kartographiert.
Und so lässt sich die kartographische Geste in diesen
Landkarten als eine rituelle Handlung erahnen und nicht
als eine rein funktionale.
Diese Landkarten versuchen nicht nur die Welt wiederzubilden,
zu fotokopieren, sondern sie erzählen bereits, sie
imaginieren bereits, sie zeigen Ausschnitte aus den Träumen,
dem Irrealen.