Der Sprech-Körper als Nirgendheim, Utopia, der zeitweilig
auftaucht und entschwindet, ist architektonisch und semantisch
an den Odeonsplatz München angebunden, für den
Ort konzipiert: er kontradiktiert, kommentiert und verneigt
sich vor den baulichen und lichtpoetischen Begebenheiten
des Platzes.
Der Sprech-Körper volumimös in seiner Erscheinung
wird durch den architektonischen Kontext wieder zu einem
bescheidenen Bau-Körper, zu einem flüssternden
Sternen-Turm, der von vernetzten Träumen erzählt.
Ihre konstruktivistische Geste durch die semantische Aufgeladenheit
des Ort zu einem mystisch-barocken Reigen aufgebrochen,
reflektiert Macht und Machbarkeit durch seine skulpturelle
Zartheit: der Spiegelzylinder betastet die Umgebung und
entwirft ein der Skulptur eigenes Bild von ihr.
Das Lichtkonzept des Sprech-Körpers [weiß-gleisend]
steht im Kontrast zu der Lichtbegebenheit [natrium-gelb]
des Ortes, womit sich ein Dialog, ein Ringen lichtet, spürbar
wird, der sich auf der akustischen Ebene fortführt:
die Außenhaut der Skulptur reibt sich an den Geräuschen
des Platzes: es entsteht ein Gespräch, ein Sprechringen.
Die Skulptur verwandelt durch ihre Anwesenheit den historischen
Raum zu einem neuen Ort versöhnlicher Gespräche,
Gespräche um ein neues Sprechen in der Inszenierung:
Der Platz wird wieder ein Ort, ein Odeon für Aufführungen.