[Uraufführung:
Odeonsplatz/München - 1999] Ab
2007 wandert die Heimstätte des Utopischen - einem wandelnden
Derwischhut gleich - durch die Metropolen.
KLANGSKULPTUR:
Als Klangskulptur ist der Turm ein flüsternder Verkünder
der Utopien.
Sein Gerüst aus Holz ist mit Gaze bespannt, schemenhaft
wird der Blick ins lichtdurchflutete Innere freigegeben. Aus
Lautsprechern dringen flüsternd die Stimmen Chlebnikovs
und Mevlanas: Unmerklich macht sich auf den Plätzen der
Städte die Lyrik breit. Nähert man sich der Skulptur,
so beginnt sie zu schweigen. Berührt man sie, vibrieren
die Stimmen - sie werden erfühlbar.
THEATERSKULPTUR:
48 Zuschauer werden in die geheimnisvolle Hülle eingelassen.
Auf vier übereinanderliegenden Plattformen wohnen sie
der Theateraufführung im Kern des Turmes bei.
Transparente Spiegelfolien schwingen sich langsam auf und
geben den Blick ins Innere frei: Zwei Sprecher rezitieren
in russischer und persischer Sprache die Lyrik Chlebnikovs
und Mevlanas. Ein dritter Sprecher [deutsch] schwebt vertikal
in die Höhe, während grünes Wasser an seinem
Körper hinauffließt - bis am Ende zwei Ölringer
auf zeremonielle Art ihre Kräfte messen.