DANIEL DEFOE:
The Life and Strange Surprizing Adventures of Robinson Crusoe,
of York, Mariner
Story: Der abenteuerlustige Yorker Kaufmannssohn Robinson
Crusoe geht zur See und begründet in Brasilien eine
Plantage. Als er 1659 Negersklaven beschaffen will, wird
er schiffbrüchig und kann sich als einziger auf eine
karibische Insel retten. Er richtet sich mit Hilfe von Gebrauchsgegenständen
aus dem Wrack und einigen Funden mühselig ein, bleibt
dabei jedoch zuversichtlich und kümmert sich um Unterschlupf,
Getreideanbau, Viehzucht usw. Er hält seine Erlebnisse
in einem Tagebuch fest, erwägt das Für und Wider
seiner Lage, erkennt seine Abhängigkeit von der göttlichen
Vorsehung und beginnt ein gottgefälliges Leben. Nach
18 einsamen Jahren stößt er auf Kannibalen, rettet
eines ihrer Opfer und erzieht diesen Eingeborenen, den er
"Friday" nennt, zum Diener und Christen. Den beiden
gelingen weitere Rettungsaktionen. Die Befreiung eines engl.
Kapitäns aus der Gewalt seiner meuternden Matrosen
ermöglicht ihnen die eigene Rettung: R.C. kehrt nach
28 Jahren mit F. in seine Heimat zurück, die Rädelsführer
der Meuterei übernehmen seine Insel.
DEUTUNGSsache: Defoe demonstriert an einer Ausnahmesituation die
Bewährung des Menschen als vernünftiges, selbständiges
und gottergebenes Wesen. R.C. ist die Verkörperung
des aufklärerischen Fortschrittglaubens und puritanisch-bürgerlichen
Individualismus, der mit Gottvertrauen und Common Sense
jegliche Situation zu meistern versteht, pragmatisch, utilitaristisch
und ökonomisch denkt, sich die Natur (und Naturmensch
"Friday") untertänig macht und redlich erarbeitetes
irdisches Wohlergehen mit göttlichem Wohlgefallen gleichsetzt.