In der Differenz zur veralteten Machtarchitektur modifizierten
die [Staats]-Architekten des 20. Jahrhunderts in ihren Visionen
um die Neue Welt den Lebensraum wie den Totenraum. Auf das
die Neue Macht, der Neue Raum, der zukünftige Mensch
auf ewig wirke.
Die Profanisierung vermenschlicht und negiert jeglichen Großmacht-Gestus
durch ihren ironischen Impetus: das Gebäude wird zur
Kaffeemaschine und unterwandert seine Grundfunktion als Machtarchitektur.
Da jede Veränderung im öffentlichen Raum –
insbesondere eine kurzzeitige – sich auch in das Stadtgedächtnis
einprägt, lebt die neue Funktion des Gebäudes in
der Imagination weiter: das Haus der Kunst oder das Burgtor
am Wiener Heldenplatz, bleibt eine Kaffeemaschine, die notwendig
ist, um aus dem Kaffeesatz die Zukunft zu lesen,
um den Dingen ihre Vieldeutigkeit zu bewahren.
Atatürk ist einer der bedeutenden Polit-Ikonen des
20. Jahrhunderts. Seine Visionen um den „Kemalistischen
Menschen“ entziehen sich einer eindeutigen Zuordnung
zu gängigen Staats-Ideologien und erhalten so immer
noch die positive Topik des utopischen Entwurfs.
Diese Topik versucht das Projekt seriell auszudrücken:
Jede Atatürk-Büste ist eine Architektur der Utopie.
Das Gesicht ist der Stellvertreter der Idee. Erst durch
die Überhöhung des Antlitzes des Utopisten Mustafa
Kemal Atatürk verspannt sich die utopische Geste mit
der profanisierenden zur Schizophrenie des Lebens.
Vielleicht ermöglicht erst die Überdimensionierung
der Dinge, hinter den „Schleier der Maja“ zu
blicken.
Zumindest aber wäre eine Kaffeemaschine ohne eine glänzende
Ikone nur halb so schön …