Georg Büchners 1836 entstandenes Drama „Woyzeck“
ist einer der „kanonischen“ Texte des deutschen
Dramas: Der Soldat Woyzeck, Sinnbild des gequälten
und durch Milieu determinierten Menschen, ersticht in seiner
auswegslosen Verzweiflung aus Eifersucht seine Geliebte
Marie.
In „woyzeck – ein koreanisches
epos“ wird die Figur Woyzeck zur tragischen Karikatur
der Utopie vom Autonomen Menschen.
Woyzeck, kein Individuum mehr, sondern Nummer, Teil einer
anonymen Masse, ist als Mensch der Spielball irdischer Mächte,
der Naturwissenschaft, der Gesellschaft ...
Woyzeck ist aufs Lebensgleis gesetzt und unfähig, aus
dem Zirkel seines Fatums auszubrechen. Er hat sein Leben
nicht zu gestalten, nur zu rangieren: Er ist ein zivilisatorisches
Experiment in einer Welt, in der für ihn Utopie oder
Gott nicht einmal mehr denkbar sind.