dna der erinnerung

hör ich blüten sterben

Das Triptychon beschäftigt sich mit kollektiver wie auch mit persönlicher Trauer und Erinnerung und deren ritueller, gesellschaftlicher und kultureller Verarbeitung.

II.9.II – dna der erinnerung. eine stahlklage (2011)

Eine 12-Meter-Stahl-Skulptur aus Körperdaten, eine Architektur des Gedenkens auf dem Karolinenplatz, gegenüber dem Amerika Haus. In sie fräst ein Industrieroboter funkensprühend geometrische Zeichen. Zeichen der Erinnerung, entstanden aus nahezu 100 Blutproben von Besuchern, die zehn Jahre danach der Opfer vom 11. September 2001 gedenken. Im Amerika Haus wird ihnen Blut abgenommen, anschließend daraus ihre DNA analysiert und aus all diesen verschiedenen individuellen DNAs wird ein kollektiver DNA-Strang der Erinnerung an 9/11 erstellt und sechs Stunden lang in die Stahlplatte eingebrannt. Begleitet wird die Aktion durch ein Innen und Außen erklingendes Sprechrezitativ in alttestamentarischem Duktus, das immer wieder durchkreuzt wird von der 114. Sure aus dem Koran, eine Schutzsure, die Gott anruft, um allem Bösen zu widerstehen.

2012 sollte die so entstandene Stahlskulptur geteilt und eine Hälfte vor dem US-Konsulat in München dauerhaft aufgestellt werden, die andere Hälfte in New York (Ground Zero). Dieses Vorhaben wurde durch die Kunstkommission des Baureferates abgelehnt. Als Reaktion darauf zerstörte und entsorgte der Künstler die Stahlplatte öffentlich an der geplanten Aufrichtstelle.

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Stahlklage: Der Kuenstler Berkan Karpat gedenkt mit seiner Stahlklage auf dem Muenchener Karolinenplatz am 11.09.2011 den Opfern der Anschlaege vom 11. September 2001 in New York.

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Foto: Volker Lannert *** Local Caption *** bn_Stahlklage_
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